Landau in der Pfalz: Eine Nummer größer, bitte! Landau plant neue Busse für den Stadtverkehr
Einsteigen, Platz nehmen und selbst ausprobieren: Für die Mitglieder des Ausschusses für Mobilität und ÖPNV der Stadt Landau stand jetzt ein etwas anderer Sitzungstermin auf dem Programm. Gemeinsam mit Bürgermeister Lukas Hartmann, Stefan Grewenig, Leiter der Abteilung Mobilität und ÖPNV im städtischen Ordnungsamt, und Jan Demand, Betriebsleiter der Queichtal Nahverkehrsgesellschaft, ging es im Kompaktlinienbus, auch Midibus genannt, vom Westring zum Alten Meßplatz. Dort warteten bereits ein Kleinbus und ein großer Solobus zum Vergleich.
Der Hintergrund: Auf den beliebten Stadtbuslinien 535 und 538 sollen künftig größere Fahrzeuge eingesetzt werden. Die sogenannten Midibusse bieten deutlich mehr Platz und Komfort und erleichtern insbesondere Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen die Fahrt. Nach der außerordentlichen Sitzung stand fest: Der Mobilitätsausschuss gibt einstimmig grünes Licht für die Umstellung. Jetzt ist der Stadtrat am Zug.
Dass größere Busse gebraucht werden, ist eigentlich eine gute Nachricht: Denn der Landau-Takt kommt an. Rund 5.000 Fahrgäste nutzen inzwischen täglich die Busse im Stadtverkehr Landau – die Flexline noch gar nicht mitgerechnet. Allein auf den Linien 535 und 538, die den Horst, die Innenstadt und die Wollmesheimer Höhe im Viertelstundentakt verbinden, sind es werktags rund 2.000 Menschen. Seit Frühjahr 2024 sind die Fahrgastzahlen auf diesen beiden Linien um rund 41 Prozent gestiegen.
„Der Landau-Takt funktioniert und immer mehr Menschen nutzen unser Angebot. Ein gutes Stadtbussystem in Kombination mit dem Deutschlandticket ist eine kostengünstige und klimafreundliche Alternative zum Auto, von der viele Menschen profitieren“, betont Verkehrsdezernent Lukas Hartmann. „Aber der Erfolg bringt auch Herausforderungen mit sich. Wenn Fahrgäste an der Haltestelle zurückbleiben müssen, weil der Bus voll ist oder alle barrierefreien Plätze belegt sind, müssen wir reagieren. Genau das wollen wir jetzt tun.“
Beim Start des Landau-Takts im Dezember 2022 hatte sich die Stadt bewusst für Kleinbusse auf den beiden Linien entschieden: Sie sind wendig und kommen gut durch die Wohngebiete. Inzwischen stoßen die Fahrzeuge mit 17 Sitzplätzen allerdings immer häufiger an ihre Grenzen. Besonders für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Eltern mit Kinderwagen wird es schnell eng.
Die Midibusse sollen gleich mehrere Probleme auf einmal lösen: Sie bieten – je nach Ausführung – mit 25 Sitzplätzen und zusätzlichen Stehplätzen rechnerisch rund dreimal so viel Kapazität wie die bisherigen Kleinbusse, sind vollständig niederflurig und verfügen über großzügige Flächen für Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen. Auch das Ein- und Aussteigen wird einfacher, da der Abstand zwischen Bus und Bordstein geringer ausfällt als bei den bisherigen Kleinbussen. Wie das in der Praxis aussieht, konnten die Ausschussmitglieder und weitere Gäste etwa des Beirats für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen jetzt gleich selbst in der Innenstadt testen.
„Der Midibus ist für unsere Stadtbuslinien ein guter Kompromiss: Er bietet deutlich mehr Platz als ein Kleinbus, bleibt aber trotzdem wendig genug für die Fahrt durch die Wohngebiete“, erklärt Lukas Hartmann. „Vor allem bei der Barrierefreiheit machen wir damit einen großen Schritt nach vorne. Und genau darum geht es uns: Busfahren soll für möglichst alle Menschen einfach und bequem sein.“
Wenn der Stadtrat am 10. November zustimmt, könnten die neuen Midibusse ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2027 unterwegs sein. Die jährlichen Mehrkosten liegen bei rund 321.000 Euro zuzüglich etwas höherer Energiekosten. Die Stadt rechnet allerdings damit, dass die steigenden Fahrgastzahlen auch zu höheren Einnahmen führen und so zumindest einen Teil der zusätzlichen Kosten ausgleichen.
| Quelle: Stadt Landau in der Pfalz
